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Gutes Longieren, was muss man beachten?

 

An dieser Stelle möchte ich anführen, was für eine gute Arbeit an der Longe berücksichtigt werden muss und was benötigt wird.

Dabei möchte ich anmerken, dass jeder Fehler Folgen hat, auch wenn sie dem Einen oder der Anderen nicht  bewusst sind.

So sollte sich unser Verhalten dem Pferd gegenüber individuelle dem Pferd und seinen Mustern anpassen und nicht unbedingt  so wie es in einem Lehrbuch steht, denn dort können maximal Richtlinie wiedergegeben werden, die allerdings auch oft überbrachte Richtlinien und sehr häufig fehlerhafte sind.

Nicht das Pferd hat gesagt, dass wir es longieren, anreiten oder reiten sollen, sondern wir wollen ein Pferd reiten, welches nicht weiß, was wir von ihm wollen. Da bekanntermaßen Pferde Fluchttiere sind, reagieren sie auf alles was sie nicht verstehen und wir an ihnen machen mit Stress.

Selbstverständlich gibt es viele Bereiche, in denen Pferde sich unter Stress befinden, beginnen wir mit dem althergebrachten Absetzen der Fohlen. Es muss jedem klar sein, das ein abruptes Absetzen, wie es in viel Zuchtbetrieben auch heute noch gehandhabt wird und bei vielen Fohlen zu traumatischen Störungen führt. Dabei werden Stuten über eine größere Distanz von ihren Fohlen getrennt, was bei den Fohlen zu panischer Angst führt, da sie keinen Schutz mehr durch ihre Mutter haben. Zitat aus einem Interview mit Paul Schockemöhle über seinen Zuchtbetrieb in Lewitz:

WIRTSCHAFTArtikel vom 19.04.2015 / Ausgabe 16 / Seite 12

Welt am Sonntag:

Wann werden Mutter und Kind getrennt und das Pferd verkauft?

Paul Schockemöhle:

Sechs Monate lang sind die Fohlen bei der Mutter, dann werden sie getrennt. Das gibt ein paar Tage Trara und Schreie. Mit sechs oder sieben Jahren werden die Tiere an Pferdesportler oder andere Pferdehändler verkauft, 95 Prozent gehen ins Ausland. Jedes Jahr züchten wir etwa 700 Fohlen, und insgesamt leben hier rund 4000 Pferde. Solch eine Anlage finden Sie in Deutschland nicht noch einmal.

Zitat Viktionary:

„Das Trauma kann psychisch auch deshalb nicht verarbeitet werden, weil die dabei erlebten Gefühle und Sinneseindrücke auf einer ‚primitiven‘ Ebene, nämlich in der Mandelkernregion (Amygdala) des Gehirns abgespeichert werden.“

Zitat Wikipedia:

Stereotypien (von griechisch στερεός, stereós für fest, hart, haltbar, räumlich und τύπος, týpos für -artig) sind bestimmte psychomotorische Verhaltensauffälligkeiten. Sie äußern sich in wiederholten und ständig gleichbleibenden Handlungen ohne Ziel oder Funktion, die der konkreten Umweltsituation nicht entsprechen und häufig zwanghaften Charakter tragen.

Zitat Wikipedia:

Koppen ist eine Verhaltensstörung des Pferdes und zählt wie das Weben zu den Stereotypien.

Koppen bezeichnet das Öffnen des Schlundkopfes durch Anspannen der unteren Halsmuskulatur, woraufhin Luft in die Speiseröhre einströmt. Dabei entsteht meist ein deutlich hörbares Geräusch, ähnlich einem Rülpser beim Menschen. Man unterscheidet zwei Formen des Koppens. Beim Aufsetzkoppen setzt das Pferd die oberen Schneidezähne auf einen Gegenstand geeigneter Höhe auf, wobei der Hals stark gebogen wird. Dies kann die Futterkrippe (daher auch der Begriff „Krippensetzer“), ein Balken oder Ähnliches sein. Manche Pferde erfassen den Gegenstand auch mit den Zähnen. Beim Freikoppen bewegt das Pferd seinen Kopf erst zur Brust und dann in einer ruckartigen Bewegung nach vorne. Aufsetzkopper kommen weitaus häufiger vor.

Aber auch dies ist eine falsche Aussage, denn inzwischen hat man festgestellt, dass beim Koppen keine Luft geschluckt wird, sondern vielmehr gerülpst wird um Druck aus dem Magen abzulassen.

Zitat.

https://www.kristallkraft-pferdefutter.de/blog/wenn-das-pferd-koppt/

Die Auslöser können bereits im Fohlenalter liegen, wenn das Fohlen von der Mutter getrennt wird. Dieses oder andere psychische Traumata, wie Stallwechsel oder Überforderung im Training, begünstigen das Koppen, weil die Pferde ein Ventil für ihren Stress brauchen.

Nun sollte man sich fragen, was denn  passiert, wenn Stress entsteht. Zu diesem Zweck muss man sich mit Biologie beschäftigen. Es gibt zwei Arten von Stress und zwar Eustress und Distress.

Zitat Wikipedia:

Eustress:

Beschreibung

Aus dem Englischen übersetzt-Eustress bedeutet wohltuender Stress - entweder psychisch, physisch oder biochemisch / radiologisch. Der Begriff wurde vom Endokrinologen Hans Selye geprägt, bestehend aus dem griechischen Präfix eu, was "gut" bedeutet, und Stress, wörtlich "guter Stress".

Zitat:

https://www.netdoktor.de/stress/distress-und-eustress/

Distress:

Zum Distress hingegen gehören alle Anforderungen und Situationen, die man als negativ empfindet. Oft kann man sie nicht zur eigenen Zufriedenheit bewältigen. Die Folge: Man fühlt sich überbeansprucht und aufgezehrt. Typische Faktoren, die in der heutigen Gesellschaft Distress erzeugen sind: Dauererreichbarkeit durch die Digitalisierung, Doppelbelastung durch Kind und Beruf sowie Zukunftsängste durch unsichere Arbeitsverhältnisse. 

 

Hier könne Sie einen Film zum Thema: " Biologie " Hormone ansehen.


 

 

Bei Minute 18.20 wird die Funktionalität der Stresshormone in ihrer guten und schlechten Art sehr gut erklärt. Zu lang anhaltender heftiger Stress, schädigt allerdings nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche.

Zunächst einmal muss man wissen, das bei Stress Adrenalin, Noiradrenalin und Kortisol ausgeschüttet werden.

Zitat:

https://www.sodbrennen.de/ursachen-sodbrennen/

Stress als Ursache von Sodbrennen

Jeder Mensch kennt Situationen, in denen er gestresst ist. Bei manchen ist Stress sogar ein fester Bestandteil des Alltags. Wie empfindlich man auf Stress reagiert, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich: Die einen reagieren auf ein Zuviel an Arbeit, die anderen auf private Probleme. Neben Erkrankungen, beispielsweise des Herz-Kreislaufs-Systems, sind Magenbeschwerden wie Sodbrennen als Folge von Stress möglich. Doch wie entsteht das Sodbrennen in diesem Fall genau?

Was hat Stress mit Magenproblemen zu tun?

https://www.sodbrennen.de/ursachen-sodbrennen/

Bei Stress schüttet der Körper zwei verschiedene Hormone aus: Adrenalin und Cortisol, die sogenannten Stresshormone. Sie lösen eine Reaktion im Körper aus, durch die er besser auf die besondere „Gefahrensituation“ vorbereitet sein soll. Dazu gehört beispielsweise, dass sich der Herzschlag beschleunigt und den Muskeln Energie zur Verfügung gestellt wird. Allerdings wird – um Energie zu sparen – auch die Verdauung verlangsamt. Der Magen bewegt sich weniger, der Nahrungsbrei verbleibt länger darin. Dadurch hat auch die Magensäure mehr Zeit, hoch in die Speiseröhre zu gelangen.

Durch Absetzen, wie es immer noch geschieht, entsteht im Magen ein Überdruck, den das Pferd durch Koppen versucht zu lindern. Und einmal erlernt, ist dies sicherlich eine Sterotypie, aber mit einem anderen Hintergrund, wie bisher angenommen.

Weiterhin weiß man aus der Tramataforschung, dass  zuviel ausgeschüttetes Kortisol verhindert, dass die Erfahrungen aus dem Kurzzeitgedächtnis (Amygdala)  als Erfahrung in das Langzeitgedächtnis abgelegt werden. Also passiert ein extrem bedeutendes Ereignis im Leben eines Lebenwesens, die Lebensbedrohlich sind,  so kann es nachhaltig die Psyche stören.

Zitat:

https://gesundheitsverband.net/stress-cortisol-stoffwechsel/folgen-von-kaltem-dauerstress/dauerstress-greift-das-gehirn

 

https://www.dgpm.de/de/aktuelles/nachrichten/nachricht/herz-und-psyche-die-rolle-des-stresshormons-cortisol/

 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/stresshormone-wie-cortisol-verhindern-zielgerichtetes-verhalten-a-846246.html

 

Wenn wir also mit einem solchen Pferd eine Arbeit beginnen wollen, müssen wir seine Psyche, sein Gebäude und seine Ursinstinkte erkannt haben, um anschließend eine richtig Arbeitsweise anzulegen.

Erlernt man Arbeitsweisen anhand von Lehrbüchern, so wird in denen schon gerne mal das Absetzen und anderen angsteinflößende Handlungen, die wir an Pferden vornehmen, vergessen.

 

Pferde gibt es nachweislich seit ca. 65 Mio. Jahren, siehe:  Zitat Wikipedia:

 

Der britische Anatom und Paläontologe Richard Owen veröffentlichte 1841 die Erstbeschreibung von Hyracotherium („Hyrax-(=Schliefer)-ähnliches Tier“) auf der Grundlage eines unvollständigen Fundes aus England. Der amerikanische Paläontologe Othniel Charles Marsh veröffentlichte 1876 die Beschreibung eines vollständigen Fossils aus Nordamerika, das er Eohippus (griech. „Pferd der Morgenröte“) nannte, nach Eos, der Göttin der Morgenröte aus der griechischen Mythologie. Im Jahr 1932 merkte Clive Forster Cooper an, dass es sich bei beiden Gattungen, dem europäischen Hyracotherium und dem nordamerikanischen Eohippus, um dasselbe Taxon handelte, woraufhin in der Folgezeit letzteres gemäß der Prioritätsregel den Namen des älteren Synonyms erhielt.[2] Allerdings wurde Eohippus im Jahr 2002 von David J. Froehlich im Zuge der Auflösung des nordamerikanischen Stranges von Hyracotherium in verschiedene Gattungen wie Sifrhippus, Minihippus oder Xenicohippus, die alle in die Evolutionslinie der Equidae gehören, wieder für gültig erklärt.

 Da das Eohippus lediglich eine angenommene Höhe von ca. 30 cm hatte, konnte es sich nicht durch Flucht vor Fressfeinden retten, sondern durch Verstecken und zwar rückwärts im Gebüsch.

Jedoch sind viele der damalige Instinkte, die nicht im Gehirn zu finden sind, sondern im Hirnstamm, bzw. Stammhirn zum größten Teil vollständig vorhanden.

Um zu verstehen, wie sich Urinstinkte verändern können haben sich viel Wissenschaftler mit den Galappagosinseln beschäftigt. Hier ein Auszug aus der Seite:

https://www.ecuadorline.de/galapagos-inseln/tiere-pflanzen/

„Die schwarzen KORMORANE sehen schon komisch aus. Ihre Flügel haben sich zurückgebildet, sind verkrüppelt. Fliegen können sie nicht mehr - brauchen sie auch nicht, denn sie haben ja alles auf "ihrer Insel" und ein ergiebiges Meer in geringer Entfernung. Auf Isabela und Fernandina lebt die einzige von 29 Kormoranarten, die das Fliegen verlernt hat und denen die Natur diese Fähigkeit im Laufe der Jahre genommen hat. Beeindruckend sind die blauen, leuchtenden Augen.“

Wir haben zwar dem Pferd welches sich selbstverständlich evolutionstechnisch auch etwas verändert hat zu unserem Nutzen gezüchtet, jedoch konnte dies ausschliesslich das Gebäude und in geringem Maße das Gemüt, das Temperament betreffen da diese im Hirnstamm abgelagert bzw. ein Folge des Stoffwechsels sind.

Um zurück zu kommen auf das Longieren, Reiten oder Anreiten, muss unser Verhalten sich in vollem Umfang dem Wesen des zu arbeitenden Pferdes anpassen. Dabei sind seine natürlich Urinstinkte in vollem Umfang zu berücksichtigen und unser Verhalten hat sich dem Verhalten des Pferdes anzupassen.

Als Erstes widmen wir uns dem Pferd, haben wir ein unroutiniertes oder ein bereits erfahrenes Pferd, was auch bedeuten kann, ein mit negativen Situationen belastetes Pferd. Weiterhin sollten wir wissen, das Longieren grundsätzlich nicht gut für Pferde ist, da sie in der freien Wildbahn nicht im Schritt, Trab und Galopp im Kreis laufen und dem entsprechend ihre Gelenke nicht für diese Form der Bewegung geschaffen sind.

Ebenso ist das Auffussen zu berücksichtigen, wobei die Innenkante des Hufes zuerst aufsetzt und sich dann entweder in den Boden hineindrückt, oder durch die „ Modernen Böden „ absetzt und den Huf plan hinstellen muss. Dabei werden bereits in früher Phase die Fesselträger übermäßig beansprucht. ( Siehe Boden und seine Auswirkungen )

 

Allerdings wird es beim Anreiten eines Pferdes ohne Longieren nicht gehen und stellt das “ Gute Longieren “ eine Hilfestellung dar, wenn ein Reiter noch nicht über die korrekten Fähigkeiten verfügt, ein Pferd ohne Schaden zu nehmen, auszubilden, bzw. zu Reiten.

Zitat:

https://www.st-georg.de/wissen/longieren-sinnvoll-eingesetzt-hilft-es-pferd-und-reiter/

Richtig Longieren ist durchaus sinnvoll, denn: „An der Longe kann man sich die ersten fünf Punkte der Ausbildungsskala erarbeiten“, erklärt Wolfgang Egbers aus dem niedersächsischen Haftenkamp. Ein Ersatz für die Arbeit unter dem Sattel sei es aber dennoch nicht, findet der Pferdewirtschaftsmeister. „Longieren ist ein Mittel zum Zweck“, sagt er. Es sei bei jungen Pferden beispielsweise ein Hilfsmittel, um sie spannungsfrei auf das Reiten vorzubereiten.

Wenden wir uns zuerst dem Longieren zur Vorbereitung des Anreitens zu. Das junge und unerfahrene Pferd weiß nicht, daß es an einer Leine im Kreis bewegt werden soll um sich im Anschluss an Sattel, Trense und einen Reiter zu gewöhnen.

Der Bereich wo wir Longieren wollen, sollte vor allem dem unerfahrenen am meisten dienlich sein, da es sich von äußeren Einflüssen am schnellsten ablenken lässt und sich dem entsprechend nicht auf die Arbeit konzentrieren kann. Ein erfahrenes Pferd wird sicherlich auch auf äußere Einflüsse reagieren, bei Weitem nicht so heftig wie das junge Pferd. Der Boden sollte dem jungen Pferd gerecht werden, ebenso wie dem erfahrenen Pferd. Siehe den Beitrag “ Böden und ihre Auswirkungen “ auf dieser Homepage.

Nun kommen wir zu den beiden Beteiligten dieser Arbeit. Sehr viele Reiterinnen und Reiter wissen inzwischen, daß wir, wenn wir mit einem Pferd arbeiten, die Führungsposition ihrer Herde einnehmen. Wobei Führungsposition nicht mit absoluter Dominanz zu verstehen ist, sondern wie wir es immer wieder auch aus der Arbeitswelt kennen, mit sogenannten Führungsqualitäten. Wir wollen das Vertrauen und in der Folge die Leistung des jungen Pferdes und müssen ihm dies verständlich machen, ohne ihm Angst zu machen.

 

Und dies geht nie mit Gewalt, sondern nur mit dem Wissen um das Wesen des vor mir stehenden Pferdes und seinem Gebäude. Ich muss mich dem Wesen des Pferdes anpassen und meine Aktionen so gestalten, daß sie ihm keine Angst machen, sondern ihm das Vertrauen geben, dass ich ihr Freund bin.

So ist alles was wir mit und an einem Pferd machen in absoluter Ruhe auszuführen.

Zum Longieren eines unerfahrenen Pferdes ist es fast zwingend, dies auf einem abgesteckten, runden Longierzirkel zu machen, da wir es mit einer Peitsche antreiben müssen und da es keine Peitsche kennt, wird es passieren, daß es ängstlich flüchtet. Ist der Longierzirkel richtig rund kann es nur bis an den Rand des Zirkel flüchten und der Longierende kann das Pferd anhalten ohne andauernd an der Longe zu ziehen, im Kreis zu laufen.

Hat auch ein abgesteckt Longierzirkel noch Ecken, so versuchen die jungen Pferde oftmals dort bessere Fluchtwege zu finden, was dem Gleichmaß in einer Bewegung sehr abwegig  ist. Auch wenn ein Pferd nicht mehr flüchten will, sucht es doch auch Halt bei der äußeren Begrenzung und jedes heftig Abnehmen an der Longe ist tunlichst zu vermeiden, da es das gleichmäßige Laufen stört.

Beim Antreten lassen des zu longierenden Pferdes ist sehr sorgfältig darauf zu achten, welche Position der Longierende einnimmt. Er muss optisch hinter dem Pferd stehen, also nahe am Pferd auf Schulterhöhe, um dann mit langsamen Bewegungen sich in Richtung Hinterhand zu bewegen, während er, mit der rechten Hand hinter dem Rücken die unter der linken Achsel eingeklemmt Peitsche greift und mit einer langsamen Bewegung diese hinter das Pferd bringt.

Wenn wir ein Pferd von oben sehen, mit seinen seitlich gelegenen Augen, werden wir erkennen, wann wir optisch für das Pferd hinter ihm stehen.

 

Die Longe richtig aufgewickelt, lässt der Longierer nun das junge Pferd, aufgefordert von der Stimme und ggf. durch leichtes tuchieren mit der Peitsche antreten. Da in der Regel das junge Pferd in der anfänglichen Arbeit sehr aufgeregt, also ängstlich ist, passiert es nicht allzu selten, daß es losstürmt. Deshalb sollte die Longe bereits einen weichen Kontakt zu dem am Halfter, oder Kappzaum befindlichen Pferd haben. Stürmt das Pferd los lässt der Longierende Öse für Öse los, um das junge Pferd weich abzufangen und in die richtige Bahn zu lenken. Rennt das Pferd ängstlich um den Longierer herum ist sorgfältig darauf zu achten, dass er in der Mitte des Zirkels eine ruhige Position einnimmt.

 

Wir wollen zwar dem Pferd sagen was und wo es sich bewegen soll, aber wir wollen ihm auch signalisieren, daß wir nicht zu seinen Feinden gehören. Pferde verfügen über eine extrem ausgeprägte “Non verbale “ Kommunikationsfähigkeit, die der des Menschen weit überlegen ist.

So ist unsere Körperhaltung bei der Flucht des Pferde sehr defensiv, man dreht sich sogar mit seinem Körper vom Pferd weg und schaut nur die Shilouette an, um gerade noch sein Verhalten zu erkennen.

Laufen, unkontrollierter Peitschen Einsatz sind tunlichst zu vermeiden, da sie dem Pferd nur Angst machen. Dabei kann die Angst Ausmaße annehmen, daß sie absolut unkontrollierbar werden.

https://www.dailymotion.com/video/x27rn9n

An diese Stelle möchte ich den Stress und seine Auswirkungen kurz erklären. Stress ist eigentlich in der Natur, auch bei uns vorgesehen, um den Körper in eine sehr schnelle Reaktionsfähigkeit zu bringen. Wenn also eine Gefahr erkannt wird, wird Adrenalin, Noiradrenalin und Kortisol von den entsprechenden Hormondrüsen abgegeben. Alle Hormondrüsen sind mit der Hypophyse, der Hirnanhangdrüse verbunden, die wiederum direkt mit dem Großhirn verbunden ist. So können wir Stress erleiden, z. B. in Erwartung einer wichtigen Prüfung. So kann bei uns ein Gedanke Stress erzeugen. Da die Wichtigkeit der Stresssituationen unterschiedlich sind wird auch unterschiedlich viel von den vorab genannten Stresshormonen ausgeschüttet.

So kann es passieren, daß durch eine plötzlich eintretende unerwartete Stresssituation, soviel Botenstoffe ausgeschüttet werden, das wir nicht mehr denken und entsprechend schalten können und extrem reagieren. Der Verstand setzt aus. Wir kennen das durch das bekannte “Brett vor dem Kopf” so kann es auch beim Pferd passieren, daß durch, für dieses Pferd, heftige Bewegungen unsererseits, das Pferd panikartig reagiert.

Aber in der Folge bleibt festzuhalten, daß Stress beim Lernen dringend zu vermeiden ist, da das Pferd ansonsten nicht versteht bzw. lernt.

Siehe erneut:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/stresshormone-wie-cortisol-verhindern-zielgerichtetes-verhalten-a-846246.html

                                                 

Weiterhin, sollte ein Pferd erneut flüchten und dies in begrenzter Zeit nicht abstellen, so bremse ich das Pferd, aber nicht dadurch, daß ich ihm seinen Fluchtweg abschneiden, denn dann wird der Stress nur größer, sondern ich hole es sanft aber bestimmend mit der Longe in den Zirkel, mit einer beruhigenden Stimme, um es zu loben und warte bis es sich beruhigt hat, um es in absoluter Ruhe erneut antreten zu lassen. Erkenne ich den Ansatz, das es erneut flüchten will wiederhole ich diesen vorab genannten Vorgang umgehend, um es dann erneut kontrolliert antreten zu lassen. Allein durch das Rennen und das damit meistens verbundene Rutschen, erhöht sich ansonsten der Stress weiter.

 

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