Aussagen klassischer Meister und ihre Widerlegung


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Schon kurz nach dem Erscheinen der Erstausgabe gelangt das Werk nicht zuletzt wegen der überragenden Qualität der von Charles Parrocel erstellten Bilder zu Weltruhm und verkauft sich gut. Guérinière selbst gibt mehrere Neuausgaben mit Ergänzungen und in anderen Formaten heraus, die billiger sind aber nicht die Klasse der ersten Auflage erreichen.

 

Von dem Rücken

Ein zur Güte eines Pferdes wesentlich beitragendes Stück ist die Stärke des Rückens. Er muss demzufolge etwas kurz, stark, breit und gerade sein.

Je kürzer der Rücken eines Pferdes ist, um so mehr vereinigt es seine Kräfte, es galoppiert besser aus den Hanken, weil seine Kräfte gleicher sind. Für den Reiter sind hingegen solche Pferde unbequemer, weil alle Bewegungen demselben näher sind; auch geht niemals ein kurzes Pferd einen so guten Schritt, wie ein langes, denn das letztere reckt seine Schenkel mit mehr Leichtigkeit aus; ein zu langes Pferd aber galoppiert nicht so gut, seine Kräfte sind nicht so vereinigt, wodurch es verhindert wird, sich zusammen zu nehmen.

 


Widerspruch Reese "

Es ist allgemein bekannt, dass eine kurze Linie schlechter schwingen kann, wie eine längere. Der Rücken sollte jedoch nicht zu lang sein, da die Zeit ihn zu kräftigen recht lang sein kann und das Pferd in dieser Zeit dem Reiter keinen Sitzkomfort bietet. Den kurze Rücken findet man sehr oft bei iberischen Pferden, welcher gepaart ist mit einem hoch aufgesetzten Hals und dem Betrachter den Eindruck vermittelt, das Pferd gehe rund und versammelt. Sehr oft hat der kurze Rücken schon längst seine Tätigkeit eingestellt ohne das der Reiter dies bemerkt hat.

Zitat Erich Oese: "Das Sportpferd" überarbeitet u.a. von Reitmeister Martin Plewa:

" Unter Quadratpferden sollte man keine Leistungspferde suchen ....und hält ein Quadratpferd sich einmal fest, ist tunlichst sofort wieder leichtzutraben und durch Cavalettiarbeit und ähnliches die Losgelassenheit wieder herzustellen ".

Auch wenn die Zuchtziele sich den fachlich unversierten Reitern anpassen, also vermehrt kurze und langbeinige Pferde gzüchtet werden, so sollte der Reiter wissen, das alles was den Bewegungsablauf des Pferdes unter dem Sattel stört, Stress für das Pferd bedeutet, welches wiederum der seelische Losgelassenheit des Pferdes abträglich ist. In der Folge geht die körperliche Losgelassenheit verloren und die Leistung, die wir erhofften zu bekommen bleibt uns vorbehalten.

Zitat: muensterland-pferde.de

Die westfälische Eliteschau und die Sache mit der Langbeinigkeit 

 ein Leserbrief aus aktuellem Anlass, der auch abgedruckt wurde in der "Reiter und Pferde in Westfalen" 10/08 (gekürzt)  und im "Züchterforum " 09/08 (ungekürzt)

 Landauf, landab wird sie dieser Tage allerortens beschworen, oft laut, immer dann nämlich wenn ein Mikro zur Hand ist, wenn es gilt Auktionspferde, Kör- und Schaukandidaten gleichermassen anzupreisen: die Langbeinigkeit.

 Auch auf der hiesigen Eliteschau war der Ruf zu vernehmen, wir müssten endlich weg von der Kurzbeinigkeit, hin zu den langen Beinen...

 Oft wünschte man den lauten Forderern dann doch ein wenig Besinnung denn der Eindruck drängt sich auf, daß Langbeinigkeit hier zu einem Selbstzweck erhoben wird. Eine werthaltige funktionelle Begründung für diese vermeintlich begehrenswerte Eigenschaft hat jedenfalls noch niemand dazu beigesteuert - leise nicht, und laut am Mikro schon gar nicht.

 Es dürfte auch schwer fallen hierfür eine funktionelle Begründung zu geben denn es hiesse, das Pferd ein Stück weit neu zu erfinden.

 Das Pferd ist von Natur aus nunmal ein Lauftier und kein Tragtier - die gewünschte Tragkraft müssen wir unter dem Sattel überhaupt ersteinmal entwickeln - aus der gegebenen Schubkraft nämlich. Nun liegt es aber in der Natur der Sache, daß tragende Elemente mitnichten stabiler werden je höher man sie aufbaut. Der Wunsch nach hochbeinigen Pferden (wider die Prinzipien der Natur - sonst hätte der liebe Gott Giraffen daraus gemacht...) steht einem stabil tragendem Rücken diametral entgegen. Je höher man etwas baut, umso instabiler wird es - das zu begreifen bedarf es keines Physikers. Fügt man dieser Gleichung noch das Moment der Schwingung hinzu - weil Schubkraft überhaupt erst durch einen losgelassenen gut schwingenden Rücken in Tragkraft umgewandelt werden kann - dann sträuben sich spätestens hier nicht nur dem akademischen Physiker die Haare. Der gesunde Menschen- (oder sollte man nicht besser sagen: PFERDE?)-verstand sollte uns doch eingeben, daß Langbeinigkeit an sich unseren werthaltigen Prinzipien um ein stabil tragendes, weil sicher durchschwingendes und vor allem losgelassenes Pferd, schlicht zuwider läuft?

 Wenn sie dann noch wie heutzutage oft zu sehen als schmalbrüstige Hühnchen daherkommen dann darf es doch niemanden mehr wundern wenn diese Pferde zwar zunächst an der Hand ein grandioses Bild von formschöner Aktion abgeben -ähnlich einem Model auf dem Laufsteg- aber wie ist es denn im richtigen Leben?

 Spätestens unter Belastung hört man das Model laut ächtzen, und zurecht. Spätestens im Stadium der notwendigen Versammlung sind es oft grad diese Kandidaten von formschöner Langbeinigkeit, die dann bestenfalls noch den Titel "Schaupferde" verdienen.

 Da drängt sich doch die Sinnfrage geradezu auf:

 Was wollen wir eigentlich?

 Strampelnde Schaupferde oder funktionale Reitpferde nach althergebrachten Prinzipien, die uns dank des Zuchtfortschritts der letzten hundert Jahre das ideale Reitpferd schon heute sehr sehr nahe gebracht haben?

 Sinnvoll veredeln ist eine Sache - ein nicht naturgegebenes Attribut zum Selbstzweck zu erheben aber doch eine ganz andere.

 Zum veredeln bedient man sich sinniger Weise des Vollblüters, und der kommt auch nicht unbedingt naturgegeben "langbeinig" daher (auch diese Pferde stehen meist in einem gesunden Rechteckformat) sondern er wird eher nur der oft geringeren Gurtentiefe wegen als "langbeinig" tituliert.

 Eine Frage der gesunden Relation - ganz sicher keine Frage der Physik.                                

 Und wenn man sich dann die aktuelle Siegerstute der westfälischen Eliteschau ansieht dann lacht einem das Herz weil dieses Pferd wie kaum ein anderes der lebende Beweis dafür ist, daß unsere althergebrachten Prinzipien aufs exzellenteste funktionieren: gestern, heute, und ganz sicher auch morgen noch.

 Ein Pferd von einer akzentuierten Schubkraft die ihresgleichen sucht, ein Rücken, der in der Lage ist diese Schubkraft in Schwungentfaltung umzusetzen daß es die helle Freude ist. Natürliche Kadenz nennt man so etwas wohl. Ein Rücken der geradezu dazu einlädt sich draufzusetzen und mitschwingen zu wollen - weil "tiefergelegt" einfach trägt. Stabil trägt.

 Und ich frage mich wie lange es wohl dauert bis wir zur Besinnung kommen und statt der Langbeinigkeit dann demnächst "tiefergelegt" fordernd am Mikro ausrufen - weil Langbeinigkeit nunmal nicht zum Selbstzweck mutieren darf. Doch wir sind auf dem besten Wege dahin...

 Meine aufrichtigen Glückwünsche gehen an das Haus Laumann nach Greven zu dieser grandiosen Stute, die darüber hinaus auch noch tatsächlich einem reinen westfälischen Mutterstamm -frei von "Langbeinakrobatik"- entspringt und verbunden damit ist die Hoffnung, daß manch einer derer, die ihr wie ich am Dienstag laut zugejubelt haben, ein wenig darüber ins nachdenken verfällt ob dieses Pferd, wenn man es hochbeiniger stellt, wohl noch derart begehrenswert daherkommen mag.

 

 Sabine Brandt,

 Münster, im Juli 2008


 

Ist der Rücken eines Pferdes nicht gerade, sondern tief eingesenkt, so nennt man diesen Fehler: Senk- oder Sattelrücken.

Diese Art Pferde haben gewöhnlich eine schöne Vorhand, erhabenen Hals, hochgestellten Kopf; sie bedecken den Reiter, sind ziemlich leicht, und gehen einige Zeit gemächlich; allein wegen Mangel an Kräften ermüden sie bald und können nicht so schwer tragen als ein anderes Pferd; auch sind sie übel zu satteln.

Bei einem wohlgestalteten Pferde, welches einen breiten Rücken hat, muß man in der Mitte dieses Teils einen Kanal sehen, welcher längs dem Rückgrade geht. Man nennt dieses: einen doppelten Rücken haben.

 

 Von der Zäumung  (siehe auch:  www.Kandare.net)

Das einfache oder geschlossene Mundstück ist aus zwei Teilen zusammengesetzt, die in der Mitte durch ein Gelenk verbunden sind, wodurch es mehr Spiel erhält. Unter allen Mundstücken ist auch dieses eines der gelindesten, und dasjenige, welches das Maul des Pferdes am wenigsten zwingt.

 

Aus diesem Grunde macht man auch gewöhnlich die Bäume lang, wodurch das Mundstück noch gelinder wird. Die entferntere Gewalt zwingt das Pferd nicht so hart als ein kurzer Baum, dessen Wirkung schneller ist.

 

Zitat Wikipedia:

Kandare (von ungarisch kantár, „Zaumzeug“) nennt man im Pferdesport ein nicht gebrochenes Gebissstück mit Hebelwirkung, im Unterschied zum Pelham und zur hebellosen Trense. Die Kandare dient dem erfahrenen Reiter zur Verfeinerung der Hilfengebung. Da durch die Hebelwirkung eine enorme Kraft aufgebaut werden kann, kann es bei unsachgemäßem Gebrauch zu Verletzungen des Pferdemauls kommen. Daher sollte die Kandare nur von Reitern eingesetzt werden, die schon sehr sicher und gefühlvoll auf ihr Pferd einwirken können und die insbesondere die Hand unabhängig vom Sitz tragen können.

Die Kandare besteht hauptsächlich aus einer durch das Pferdemaul geführten Stange, an der seitlich und außerhalb des Pferdemauls liegend Querschenkel, die sogenannten „Bäume“, angebracht sind. Der Oberbaum ist mit dem Backenstück des Kandarenzaumes verbunden, während die (längeren) Unterbäume mittels Ringen an ihren Enden mit den Zügeln verbunden sind. Zusammen mit einer Kinnkette, die unter der Kinngrube des Pferds durchgeführt wird und seitlich im Bereich der oberen Stangenenden an Kinnkettenhaken eingehängt ist, wird eine Hebelwirkung erzeugt

Die Kandare wirkt auf dreifache Weise: Zum einen wird durch Zug am Zügel ein Zug auf das Maul in Richtung Reiterhand ausgeübt, zum anderen der Unterkiefer zwischen Stange und Kinnkette gedrückt, wodurch bei zu starkem Zug Quetsch-Verletzungen entstehen können, im Extremfall der Kiefer gebrochen werden kann. Weiterhin entsteht durch den Hebel über das Zaumzeug ein Zug auf das Genick. Diese Wirkung ist desto stärker, je größer das Verhältnis von Unterbaum zu Oberbaum ist. Aus der bloßen Länge des Unterbaums lässt sich allein nicht auf eine scharfe Kandare schließen. Lange Unterbäume in Verbindung mit langen Oberbäumen lassen die Kandare „langsam“ und fürs Pferd vorhersehbarer wirken, das heißt erst nach einem gewissen Zügelweg. Wichtig für die Wirkung der Kandare ist die korrekte (nicht zu enge oder zu lockere) Einstellung der Kinnkette sowie Auswahl einer Kandare mit zum Pferdemaul passender Zungenfreiheit.

Die Kandare ist entwickelt worden, um eine gegenüber der Trense vermehrte und verfeinerte Einwirkung auf das Pferd zu ermöglichen, vor allem bei einhändiger Zügelführung. Sie ist nicht geeignet, Pferde am Durchgehen zu hindern.


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Die Tierschutzorganisation Epona TV hatte beim Tag der offenen Tür auf der Reitanlage von Dressurreiter Andreas Helgstrand in Dänemark Bilder gemacht, die den Wallach Akeem Foldager auf Kandare und Baucher-Trense gezäumt zeigen: Das Maul des Pferds weit aufgesperrt, die Zunge gequetscht und blau angelaufen, Wunden  vom Sporeneinsatz an den Flanken.

Was folgte war ein medialer Aufschrei: Fotos des Dressurpferds Akeem Foldager sorgten im Internet für eine riesige Protest-Welle gegen den dänischen Dressurreiter.

Der Fall zwang die Dänische Reiterliche Vereinigung (DEF)zum Handeln. Die Untersuchung des Falls folgte. Helgstrand war bei der Polizei wegen Tierquälerei angezeigt worden. Am 28. November fällte das zuständige Gericht in Aalborg sein Urteil gegen Andreas Helgstrand - er wurde freigesprochen.

 

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Jetzt sollten wir wissen, das Impulse über die Haut, oder über die weitaus empfindlicheren Sinnesorgane an das Gehirn übermittelt werden. Bei zu starkem Druck oder Verletzungen wird der Impuls schmerzhaft. Ein jeder sollte sich diese Verletzungen einmal zufügen und den gleichen Druck auf der Zunge erleben. Wir würden es als Folter empfinden.

Wie soll mit Druck das Pferd erlernen was es machen soll??



 

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